felidae Kleintierschutzverein am Rosengarten e.V.

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Die Keimzelle des felidae Kleintierschutzvereins liegt im Katzenschutzverein Halle e. V. Wegen Kündigungsdrohungen für das Tierheim in der Halberstädter Straße von Seiten der Stadt Halle, suchten die Mitglieder des "Katzenhausvorstandes" emsig eine neue Bleibe für ihre Tiere. Nach einer Besichtigung des Grundstücks in der Ottostraße, welches den Mitgliedern des Katzenschutzvereins als zu einem Tierheim potenziell ausbauwürdig vorgeschlagen wurde, teilten sich "die Geister". Einige Mitglieder des "Katzenhauses" waren so optimistisch und hielten das Gebäude für nutzbar, andere konnten die dafür notwendige Phantasie nicht aufbringen. Aus der Gruppe von 16 "Optimisten" bildete sich schließlich ein neuer Verein: der "felidae Kleintierschutzverein am Rosengarten e. V.".

Weitere Entwicklung:

 Gründungstermin des Kleintierschutzvereins am Rosengarten ist der 18. Juni des Jahres 2002. An diesem Tag wurde der erste Entwurf für eine Vereinssatzung vorgestellt und ein erster, designierten Vereinsvorstand sowie eine Revisionskommission wurden gewählt. Am 1. August 2002 eröffnete man ein Bankkonto des Vereins und am 5. September 2002 erfolgte die Eintragung des Vereins ins amtliche Vereinsregister. Seit dem 30. September trägt der Verein den Status der Gemeinnützigkeit und kann dementsprechend Spendenquittungen ausstellen.

Tiere sollten eigentlich erst nach dessen vollständiger Fertigstellung in das Tierheim aufgenommen werden. Aber die Tatsachen waren stärker. Ungeachtet der komplizierten Situation (ohne Wasser und elektrischen Strom, in notdürftig hergerichteten ehemaligen Wohnräumen), haben wir mit einer improvisierten/behelfsmäßigen Tierhaltung beginnen müssen. Unserer Mitglieder waren ab jetzt umschichtig in der Pflege, Fütterung und Haltung der Tiere eingebunden. Schon sehr bald gelang es, über das Sozialamt der Stadt Halle eine zusätzliche Arbeitskraft zu bekommen. Da wir in unser Erfahrung mit den Ämtern noch recht unbedarft waren, erfolgte die Aufnahme der ersten verwaisten Katze von einem erkrankten Besitzer ohne zunächst die Erfordernisse des §11, Absatz 5 im Tierschutzgesetz zu beachten; d. h. unsere Tierhaltung war noch nicht angemeldet und wir wurden bestraft. Im Frühjahr 2003 erhielten wir dann eine vorläufige Genehmigung. Seit dem nehmen wir besonders in Not geratene Straßenkatzen/Katzenkinder aus Schrebergärten und auch Katzen aus ungünstiger Haltung in unser Tierheim auf. Von Anbeginn werden alle Tiere entwurmt, geimpft, kastriert und wenn notwendig tierärztlich versorgt. Nachdem die Katzen gesund gepflegt sind, werden sie an Tierliebhaber vermittelt. Vor- und Nachkontrollen werden bei unseren neuen Haltern durchgeführt. Seit unserem Bestehen und bis zum Ende August 2008 konnten 1.344 Katzen in unser Tierheim aufgenommen und ca. 1.100 an neue Katzeneltern vermittelt werden. Unser Vorhaben, getreu unserer Namensgebung "Kleintierschutzverein" außer Katzen noch andere Kleintiere ins Tierheim aufzunehmen, hat sich bisher aus verschiedenen Gründen nicht verwirklichen lassen. Die Zahl der aufgenommenen und vermittelten Katzen stieg aber von Jahr zu Jahr. So haben wir in
2005 ---> 189 Katzen,
2006 ---> 195 Katzen und
2007 ---> 259 Katzen vermitteln können.

Die Zahl der genehmigten Tierplätze stieg auf 79. Aber die Zahl der tatsächlich im Tierheim beherbergten Katzen schwankte zwischen etwa 25 in den letzten Wintermonaten und bis zu 100 während des Sommers 2007. Einen großen Schub in der Tierplatzbereitstellung leistete unser Tiergehege, welches mit 17 m Länge und 3,5 m Breite die gesamte Rückfront des Hauses einnimmt. Im Jahre 2006 musste der Kleintierschutzverein allerdings das 1 Obergeschoss räumen. Dort haben die Vermieter, eine Erbengemeinschaft, vertreten durch Herrn Gert Feldner, eine zweite Wohnung ausgebaut. Um den dadurch entstehenden Tierplatzverlust zu kompensieren, hat der Kleintierschutzverein das Nachbargrundstück zum "alten" Tierheim von der Stadt Halle angemietet. Außerdem wurden - insbesondere mit Mitteln des Deutschen Tierschutzbundes - von der Fa. KLEUSBERG jetzt insgesamt 6 gebrauchte Wohncontainer angekauft. Die Container werden elektrisch beheizt. Einer der Container wird als Lager und Werkstatt genutzt. In einem anderen Container besteht ein Spülküchenarbeitsplatz mit einem Anschluss für warmes und kaltes Wasser. Die Innenausrüstung der Container ist noch nicht völlig beendet. Es muss dort noch ein Krankenzimmer eingerichtet werden. In allen übrigen Containern sollen zur katzengerech-ten Gestaltung Laufstege an den Wänden angebracht werden, die über Schrägen für die Kat-zen erreichbar sind, so wie wir es im bereits vorhandenen Tierheim gemacht haben. Bereits während des Jahres 2007 wurde an der Rückseite der 5 Katzencontainer ein sog. Pseudogehege angebaut, welches davor schützen soll, dass Katzen aus den an der Rückseite befindlichen Containertüren in die "Wildnis" entlaufen. Außerdem soll dieser korridorartige Anbau Schutz vor der Berührung mit u. U. kranken Wildkatzen bieten. Während des Sommers 2008 haben wir über den 5 von Katzen genutzten Containern ein Satteldach aufgebaut. Das war notwendig, um die Oberflächen der Container fachgerecht isolieren zu können und um die Container vor Korrosion zu schützen. Jetzt, im September 2008 müssen wir noch das Dachgeschoss des Tierheims räumen, weil die Vermieter uns die Nutzung dieser Räume gekündigt haben. Sie wollen uns angeblich damit "disziplinieren"! In einem dieser Räume befindet sich jedoch die einzige Toilette des Tierheims (wenn man von einem DIXI hinter den Containern absieht). Damit wir die neue Situation meistern können, haben wir einen Sanitärcontainer - wieder durch den Deutschen Tierschutzbund finanziert - angekauft. Dieser musste noch vor Beginn des Winters aufgestellt und angeschlossen werden. Das war eine neue, gewaltige Herausforderung für den felidae Kleintierschutzverein!

Katzenfutterstellen

 Der Kleintierschutzverein hat noch eine weitere ganz wichtige Aufgabe. Er versorgt nämlich z. Z. 42 Katzenfutterstellen (2014 - 56 Stück) im gesamten Stattgebiet. Eine wichtiges Ziel dieser Katzenfutterstellen ist, Katzen einzufangen, damit sie kastriert werden können. Im Jahre 2007 konnten von uns 143 Kastrationen bei der Stadt abgerechnet werden. Vertragsgemäß wurden jedoch von den dabei entstandenen "echten" Kosten in Höhe von 4.200 € nur 2.000 € ersetzt. Seit 2011 werden keine Kosten mehr ersetzt. Die Auseinandersetzung mit der Gefahrenabwehrverordnung, welche ab 2008 das Füttern der freilebenden von Katzen im Stadtgebiet verbieten sollte, wurde durch unermüdlichen Einsatz der halle-schen Tierschützer, besonders aus dem felidae Kleintierschutzverein, abgewendet und das Verbot in folgender Form umgewandelt: "...vom Verbot ausgenommen ist die Einrichtung von Katzenfutter-stellen, die von Tierschutzvereinen betreut und von der Verwaltung entsprechend bestätigt werden." Die Futterstellen müssen jetzt mit einem Schild gekennzeichnet werden. Die Betreuer der Futterstellen waren beim Veterinär- und beim Ordnungsamt zu registrieren, alle Fütterer sind mit persönlichen Ausweisen ausgerüstet worden. Die aufopferungsvolle Arbeit an den Futterstellen bei Wind und Wetter soll neben der Regulierung der freilebenden Katzenpopulation auch dazu dienen, durch Aussetzen oder Ausreißen in Not geratene Stubentiger ins Tierheim aufzunehmen und damit vorm sicheren Tot zu retten. Gegenwärtig haben wir begonnen, professionelle Futterhäuschen für die Katzenfutterstellen zu bauen.

 

Hier einige von Dr. Frieder Bernhardt erstellte PDF Dokumente zu einzelnen Bauabschnitten auf unserem Vereinsgelände:

Aufbau der Containersiedlung 2006 bis 2009

Aufbau Otto 1

Aufbau Otto 2

Ausbau Freigehäge

Aufbau gelber Container

Sanitärcontainer

Sanitärcontainer